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Wenn die Hoffnung stirbt

#1 von Saylam , 21.09.2013 00:30

Wenn die Hoffnung stirbt...

"Die Hoffnung stirbt zu letzt "so sagt man es in Situationen die in denen man zuversichtlich ist das sie im positiven Sinne endet. Was aber wenn die Hoffnung stirbt? Von einem Moment auf den anderen steht man vor dem Trümmern seiner Hoffnung und zweifelt an deren Sinn...wie auch in meiner folgenden Geschichte.

Es war Freitag Nacht, das Wetter war angenehm warm und trocken und ich fuhr mit Jan und Marcel nach einem langen Tag Richtung Heimat. Und bis auf vereinzelte Auto´s es war sehr ruhig auf den Strassen.
Wir unterhielten und seit einer Weile über die kommende Arbeitswoche als wir von der Autobahn abfuhren direkt auf eine Landstrasse die mitten durch ein Wäldchen führte. Wir näherten uns einer Kreuzung an der die Ampeln ausgeschalten waren. Die Kreuzung lag mitten auf der Kuppe einer Anhöhe und war auch eine beliebte Stelle für viele Raser weil dort um diese Uhrzeit kaum Verkehr war. Wir sahen schon von weitem das sich ein anderes Fahrzeug der Kreuzung aus der Gegenrichtung näherte. Als wir auf der Anhöhe an der Ampel ankamen sahen wir am rechtem Straßenrand ein Reh stehen was direkt Richtung Strasse stand .Das andere Fahrzeug kam mit einem sehr hohem Tempo an die Kreuzung ran und man hörte trotz des eigenen Diesel-Motors das das andere Fahrzeug ein defekten Auspuff hat. Das Reh war anscheinend von den sich schnell nähernden lautem Fahrzeug so erschrocken das es plötzlich auf die Strasse lief um schnell im Dickkicht auf der anderen Seite sich in Sicherheit zu bringen. Wir waren zum Glück noch etwa 300 m entfernt ,was dem Reh leider auch nicht half. Das Fahrzeug erfasste das Reh mit dem Heck, und schleuderte es zu Boden. Der Zusammenstoss war so heftig das das Reh nur mit Mühe sich aufrappeln konnte. Marcel stoppte sofort den Transportern und schaltete die Warnblinkanlage an. Das andere Fahrzeug jedoch fuhr unverdrossen weiter als wenn nie was passiert wäre.
Ich stieg sofort aus und schaute dem Reh hinter her ,es hinkte und stolperte mehr ins Dickkicht als zu springen wie man es eigentlich von Rehen kannte. Uns ging ein eiskalter Schauer über den Rücken als wir das Tier dort so sahen und waren entsetzt von den ignoranten und verantwortungslosem Verhalten des anderen Autofahrers. Ich nahm mir die Taschenlampe die wir für alle Fälle dabei hatten und bat Jan mit zu kommen, Marcel rief dafür sofort die Polizei an um den Unfall zu melden. Die leiteten den Anruf sofort weiter an die Tierrettung der FFW. In der Zeit waren Jan und ich schon einige Meter weit ins Dickkicht hinter dem Reh. Ich erschreckte mich plötzlich als 1 m vor mir mit mal was raschelte und das Reh sich aus dem Gras aufrichtete und versuchte vor mir zu fliehen. Es war verletzt und ich als Mensch war eine potentielle Bedrohung an. Woher auch sollte es wissen was ich da vorhatte. Ich stiefelte durch das Gestrüpp immer weiter hinter dem Reh hinter her, bis ich direkt vor ihm stand. Es war so entkräftet und voller Schmerzen das es nicht weiter laufen konnte. Ich kniete mich vor das Reh um zu schauen wie es um Verletzungen stand. Das Reh versuchte aus Angst immer noch sich aufzurichten und als ich es dann versuchte anzuheben um es ins Freie zu tragen schrie es...dieser Schrei ging durch und durch. Es war ein Schrei voller Angst und Schmerz und ich hoffte immer noch das die Verletzungen nicht so schwer waren und die Tierrettung die Marcel rief dem Tier helfen könne. Selbst Marcel hörte das Schreien des Rehs und hatte Angst das einem von uns auch noch was passiert sei und rief uns nach ob alles ok sei .Ich wartete bis Jan bei mir war und gab ihm die Taschenlampe und schaffte es das Reh auf die Arme zu nehmen. Es war nicht gerade schwer, aber ich hatte Angst dem Tier weh zu tun da ich nicht die Ausmaße der Verletzungen kannte. Das Reh blutete aus der Schnauze und Nase und zog den rechten Lauf hinterher. Jan leuchtete mir den Weg bis zu der Lichtung an der Kreuzung wo der Unfall stand und ich legte das Reh behutsam ins Gras. In der ganzen Zeit seit dem ich beim Reh angekommen war atmete es hektisch und sehr schwer. Marcel schaute verunsichert von der Strasse aus zu wie ich mich um das Reh kümmerte. Ich versuchte die Situation für das Reh erträglicher zu machen und streichelte es vorsichtig über den Kopf. Ich kam durch Zufall mit der Hand in die Nähe der Nase, das Reh roch an meiner Hand und leckte sie ab. Es wurde in dem Moment sehr ruhig und die Atmung wurde auch ruhiger. Gab das Reh sich selber auf oder merkte es das ihm durch uns keine Gefahr ausging? Die Zeit bis die Tierrettung kam, kam mir vor wie eine Ewigkeit, denn ich konnte es nicht ansehen wie sich das Reh quälte. Aus der Strasse hinter mir kamen zwei Transporter, zu unserem erstaunen waren es Fahrzeuge der Bundespolizei. Sie fuhren direkt weiter ohne das Geschehen zu kontrollieren. War es ihnen nicht bewusst oder waren sie auf dem weg zu einem anderen Einsatz? Nach vielen langen Minuten kam endlich der Wagen der Tierrettung und mir viel ein Stein vom Herzen weil ich wusste dass da jemand ist der dem Tier helfen könne. Das Fahrzeug hielt direkt neben mir und dem Reh und der Fahrer stieg aus und stand kurz an der Strasse und schaute sich die Situation an. Er ging kurz an die Rückseite des Fahrzeuges und holte Handschuhe und kam dann zu dem Reh und schaute es sich an. Ich war nie so froh, dass jemand da war wie in diesem Moment, ich hoffte das er dem Tier helfen könne. Der Tierretter war ein Ausgebildeter Tierveterinär und konnte in der Situation genauere Einschätzungen vornehmen als wir. Er meinte nach einigen Minuten; "Das Reh hat sehr wahrscheinlich innere Verletzung und einen frakturierten Hinterlauf und die Vitalfunktionen sind im Keller". Auch die bei Rehen üblichen Fluchtreaktion wären sehr eingeschränkt. Und es blieb ihm nur eins übrig...das Reh von seinen Qualen zu erlösen.
Dise Worte wollte ich nicht wirklich hören und mir war in diesem Augenblick klar das er dem Reh nicht mehr helfen konnte und es töten musste. Meine Hoffnungen das sich das Reh wieder völlig erholt von dem Unfall zerplatzten wie eine Blase. Es war wie ein Stich ins Herz, es war ein Tier was friedlich am Wald stand und dem es zum Verhängnis wurde.
Der Mann ging zum Fahrzeug und holte einen kleinen Gegenstand raus und bat mich von dem Reh weg zu gehen, Er stellte sich neben das Reh und schoss.....!!
Das Reh zuckte nicht einmal bei dem Knall und dem Treffer. Dieser Moment ist der schlimmste den ich je erlebt habe, ein Tier was vor wenigen Minuten noch lebensfroh da stand und gefressen hatte, lag jetzt sterbend vor uns und wir waren machtlos. Ich ging noch einmal zum Reh und kniete mich daneben und streichelte es bis es dann nach 2-3 min dann langsam aufhörte zu atmen. Der Kopf des Rehs sank langsam ins Gras und man sah wie sich die angespannten Muskeln des Tieres lösten. Es lag da im Rasen als wenn es schlief. Der Mann von der Tierrettung überprüfte ein letztes Mal die Vitalfunktionen des Rehs und stellte den Tod fest. Er legte das Reh behutsam in die Transportbox die er zwischenzeitig hingestellt hatte. Er nahm den linken Griff der Box und schaute mich an,und ich nahm den anderen Griff und trug mit ihm das Reh in sein Fahrzeug, er schloss die Türen und bedankte sich dafür das wir uns um das Tier gekümmert haben. Er hat es sehr selten erlebt dass es Menschen so nahe liegt Tieren zu helfen. Umso schwerer viel es mir die Tränen zu unterdrücken.Ein verletztes Tier kann sich nicht selber helfen,ein Mensch in den meisten Fällen schon.Warum ist der Mensch dann so egoistisch und gleichgültig und lässt das Tier in der Situation zurück?
Wir fuhren nach dem der Mann von der Tierettung weg war nach Hause,und selbst Marcel der einen sehr leichtsinnigen Fahrstil hat fährt dadurch mittlerweile sehr vorsichtig,der Abend hat auch ihn zum Nachdenken bewegt.


Zitat
Es liegt in der Natur des Menschen logisch zu denken,aber unlogisch zu handeln


 
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RE: Wenn die Hoffnung stirbt

#2 von M_R , 21.09.2013 01:34

... wie traurig



 
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RE: Wenn die Hoffnung stirbt

#3 von Brigitte 4 , 24.09.2013 18:37

Eine bewegende Geschichte die zu Herzen geht, leider mit einem so traurigen Ende.

LG.Brigitte


 
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RE: Wenn die Hoffnung stirbt

#4 von täubchen , 24.09.2013 20:53

es gibt immer wieder menschen, die nichts für tiere empfinden

ich werde sie nie verstehen

armes kleines reh


Liebe Grüße
Sieglinde
"An Rheumatismen und an wahre Liebe glaubt man erst, wenn man davon befallen wird."
von....Marie von Ebner-Eschenbach


 
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RE: Wenn die Hoffnung stirbt

#5 von Jan ( Gast ) , 24.09.2013 23:20

Die Reh Kids sind doch einfach Putzig, aber wenn irgendwelche idioten kommen (Saylam und ich kennen einen), dann sollte man die einfach ignorieren!


Jan

RE: Wenn die Hoffnung stirbt

#6 von Saylam , 24.09.2013 23:26

Da hast du völlig Recht Jan..und auch dir noch ein Danke das du an dem Abend mit geholfen hast,auch wenn das Reh es nicht überstanden hat...der Wille und die Tatkräftige Hilfe ist schon sehr viel wert


Zitat
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RE: Wenn die Hoffnung stirbt

#7 von Gelöschtes Mitglied , 01.10.2013 20:43

Das ist eine sehr traurige Geschichte, Saylam. Ich sitze nun hier und weine.

Aber immerhin musste das Reh dann nicht noch unnötig leiden - durch euren Einsatz konnte es schnell erlöst werden



RE: Wenn die Hoffnung stirbt

#8 von Saylam , 01.10.2013 22:35


Zitat
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RE: Wenn die Hoffnung stirbt

#9 von Brigitte 4 , 02.10.2013 19:54

Du warst zur richtigen Zeit am richtigen Ort......und trotzdem dauert es bis man so was aus dem Kopf bekommt

Traurige Grüße Brigitte


 
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RE: Wenn die Hoffnung stirbt

#10 von Saylam , 02.10.2013 21:49

Aus dem Kopf nur schwer...aus dem Herzen nie


Zitat
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